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Landkreis Meißen
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12.08.2022 - Tabuthema Pflege: Ein Familien-Treffen-Pflege kann helfen - Neues Projekt der Pflegekoordination des Landkreises Meißen mit weiteren Partnern

Gleich, ob völlig überraschend oder in kleinen Schritten: Die Organisation der häuslichen Pflege ist oft schwierig. Abhilfe schafft ein Familien-Treffen-Pflege: Dabei kommen alle zusammen und beraten die besten Möglichkeiten zur Organisation.

Derzeit sind knapp 4,2 Millionen Menschen in Deutschland auf Pflege angewiesen. Offen über das Thema zu sprechen ist allerdings für viele noch immer schwer. Vorurteile oder Scham machen es zum privaten Problem. Die Folge: Pflegebedürftige fühlen sich allein und Pflegende sind überfordert.

Die Pflegekoordination des Landkreises Meißen initiierte und finanziert daher ein neues Projekt. Für die Pflegeplanung entwickelte sie gemeinsam mit dem Caritasverband sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Hochschule Mittweida die Familien-Treffen-Pflege. Ziel dieses innovativen Ansatzes: in Familien für Entlastung sorgen und die Situation der Pflegenden verbessern. „Wir bieten einen Raum, in dem über bestehenden oder bevorstehenden Pflegebedarf gesprochen werden kann. Betroffene, Angehörige, Freunde und Bekannte können Fragen zur Organisation von Pflege stellen und miteinander absprechen, wie die häusliche Betreuung geregelt werden soll“, erklärt Doris Walther, die als Kooperationspartnerin beim Caritasverband Meißen für das Projekt zuständig ist.

Doris Walther beobachtet in ihrer täglichen Arbeit, dass in der häuslichen Pflege eigene Bedürfnisse nicht genug thematisiert werden. „Die Überforderung im Alltag kommt bei Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen auch daher, dass im Zwischenmenschlichen nicht vereinbart wurde, wer welche Aufgaben übernimmt. Zudem übersehen Pflegende immer wieder den Wunsch der Betroffenen auf ein möglichst selbstbestimmtes Leben“, sagt die Sozialpsychologin.

Interessierte an einem Familien-Treffen-Pflege können jederzeit ihre Anfrage an Doris Walther richten. Allerdings: Auch wenn die Begleitung kurzfristig beginnen kann, sollten alle Beteiligten in Ruhe miteinander sprechen können. „Wir beobachten leider, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen erst zu uns kommen, wenn sie gar nicht mehr weiterwissen. Mit einem Familien-Treffen-Pflege wollen wir allerdings nicht nur die Symptome der Überforderung bei Pflege behandeln, sondern die Ursachen angehen. Es ist daher wichtig, nicht nur schnell für Entlastung sorgen zu wollen, sondern an einer langfristigen Lösung interessiert zu sein“, erklärt Doris Walther.

Kontakt:

Doris Walther
Caritasverband für das Dekanat Meißen e. V.
Leben und Wohnen im Alter
Ludwig-Richter-Straße 1 |01662 Meißen
Telefon: 03521 40675170
E-Mail: leben-im-alter@caritas-meissen.de
Internet: www.caritas-meissen.de

Über Familien-Treffen-Pflege

Ein Familien-Treffen-Pflege ist eine neue Form des Familienrates. Die Pflegekoordination des Landkreises Meißen ist Träger des Projektes und finanziert es aus Mitteln des Pflegebudgets. Mit Begleitung durch Sozialarbeitende des Caritasverbandes Meißen vereinbaren Betroffene und Angehörige in einem Gespräch, wie die häusliche Pflege organisiert werden soll und wer daran beteiligt ist. Forschende der Fakultät Soziale Arbeit an der Hochschule Mittweida unterstützen das Projekt in der fachlichen Ausgestaltung.

Ein Familien-Treffen-Pflege verläuft in vier Phasen: Zuerst erfolgt ein Vorgespräch, in dem geprüft wird, ob das Gesprächsformat das Richtige für einen Anfragenden ist. Außerdem werden Sorgen und Bedarfe formuliert und mögliche Teilnehmende bestimmt. Als zweites kommen alle Beteiligten eines Familien-Treffen-Pflege zu einer Informationsveranstaltung zusammen. Hier lernen sie die wichtigen Grundlagen zu Demenz und Pflege kennen. Drittens folgt die Familienphase. In dieser setzen sich die Beteiligten eines Familien-Treffen-Pflege zusammen und besprechen, wie die häusliche Pflege organisiert werden soll und welche Aufgaben sie dabei übernehmen können. In der vierten Phase erfolgt der Abschluss des Familien-Treffen-Pflege mit einem Termin für eine Folgekonferenz. Diese ist wichtig, um zu prüfen, ob eine Vereinbarung aus dem Familien-Treffen-Pflege die tatsächlichen Bedarfe trifft oder noch Anpassungen notwendig sind.

Service

Pressesprecherin 
Frau Schmiedgen-Pietsch

Telefon: 03521 725-7013

Öffentlichkeitsarbeit
Frau Käthner

Telefon: 03521 725-7015

Zentrale E-Mail:
presse@kreis-meissen.de