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Landkreis Meißen
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28.06.2022 - Aktionswoche der kommunalen Jobcenter - Schwerpunkt im Landkreis Meißen: Projekte der Jugendberufshilfe

Nach einem erfolgreichen Auftakt im Jahr 2019 und zwei Jahren pandemiebedingten Einschränkungen führten die kommunalen Jobcenter bundesweit vom 20. bis 26. Juni 2022 erneut eine konzentrierte Aktionswoche mit zahlreiche Aktivitäten durch. Das Jobcenter im Landkreis Meißen widmete in diesem Jahr den Projekten der Jugendberufshilfe im Rahmen der Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz zur Förderung von Beschäftigungschancen für benachteiligte junge Menschen über den Europäischen Sozialfonds (ESF) besondere Aufmerksamkeit.

Ausbilder Michel Hitschke (rechts) weiht Laura, Lisa und Jule in die Geheimnisse der Suppenküche ein.

Ausbilder Michel Hitschke (rechts) der ASG weiht Laura, Lisa und Jule in die Geheimnisse der Suppenküche ein.

Insgesamt gibt es in Kooperation mit dem Jobcenter fünf derartige, sozialpädagogisch begleitete Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte bei verschiedenen Bildungsträgern mit regionalem Bezug und speziell auf die Personengruppe der 18- bis 27-jährigen Jugendlichen zugeschnitten.

Multiple Vermittlungshemmnisse und Problemlagen (zum Beispiel fehlende Schul- und Berufsabschlüsse, allgemeine Antriebs- und Perspektivlosigkeit, Frustration/Aggression, Schulden, Suchterkrankungen, Wohnungs- und Beziehungsprobleme) treten leider zunehmend und in verschiedenen Ausprägungen, teilweise schon in der dritten Generation der Familien im SGB II-Leistungsbezug auf. Hier setzen die Projekte mit arbeitsweltbezogener Jugendsozialarbeit an, versuchen Eigenmotivation und Selbstbewusstsein der Jugendlichen zu stärken, mit ihnen persönliche Lebensziele zu entwickeln, positive Erfahrungen im Arbeitsbereich zu schaffen und schrittweise bei der Integration in Arbeit oder Ausbildung zu unterstützen.

In der Jugendwerkstatt Meißen und mit bewährtem Konzept der Produktionsschule Moritzburg findet diese Maßnahme bereits seit dem Jahr 2008 statt. Die individuelle Projektlaufzeit für jeden Teilnehmer von mindestens zwölf, meist aber verlängert auf 18 Monate gestaltet sich dabei sehr abwechslungsreich und kann in verschiedenen Arbeitsbereichen zum Beispiel Kfz- oder Fahrradwerkstatt, Holz- und Metallbearbeitung oder im grünen Bereich gewählt werden. Je nach Vorkenntnissen, praktischen Fähigkeiten und Interessen können sich die Jugendlichen ausprobieren und finden hier nicht nur Tagesstruktur und eine sinnvolle Aufgabe, sondern auch Gemeinschaft und Hilfe bei Alltagsproblemen.

Sozialpädagogin Annett Rudat berichtet in diesem Zusammenhang von kleinen Erfolgserlebnissen, wie der Freude über ein wieder funktionstüchtiges Fahrrad, der Dankbarkeit des Gegenübers oder ein zu Weihnachten selbst hergestelltes Sternschnuppenteelicht und dem guten Gefühl „das habe ich geschafft“. Aber auch ganz individuelle Unterstützung zum Beispiel in schwierigen Gesprächssituationen, bei Behördengängen und Bewerbungsbemühungen ist wichtig. Die Jugendlichen brauchen eine feste Anlaufstelle, regelmäßige Kontaktmöglichkeiten und sollen vor allem durchhalten. Geschäftsführer David Meis hofft deshalb auf die nächste ESF-Förderperiode und mögliche Fortsetzung des Projektes ab dem 1. Oktober 2022.

Auf ein ebenso engagiertes Team und ähnlichen Erfahrungsschatz trifft man bei der Anerkannten Schulgesellschaft Sachsen (ASG), Niederlassung Nordsachsen in Nünchritz. Bereichsleiterin Anett Dauer arbeitet hier gemeinsam mit Sozialpädagogen, Ausbildern und Fachanleitern im Projekt mit dem schönen, übrigens mit Teilnehmern gemeinsam entwickelten Namen „NICE – Neuanfang, Initiative, Chancen, Erfolg“. Insgesamt stehen auch hier zwölf Teilnehmerplätze mit einer maximalen Maßnahmedauer von 18 Monaten zur Verfügung. Die Arbeitsbereiche für die Jugendlichen decken Interessen und mögliche Ausbildungsrichtungen in Küche, Hauswirtschaft, Gartenbau/Landschaftspflege sowie im Malerhandwerk ab.

Inhaltlich knüpft man an die erfolgreichen Vorgängerprojekte PERJET an und nutzt die Erfahrungen sowie über die Jahre aufgebauten Netzwerkkontakte für Praktika und das projektbezogene Arbeiten in den einzelnen Gewerken, in der Gemeinde und im Dienstleistungsbereich. Es gibt jeweils einen Wochenplan mit praktischen Tätigkeiten in den verschiedenen Werkstätten und Fachkabinetten, ergänzt durch einen Theorietag „Fit für’s Leben“, wo die Jugendlichen auch hier Hilfe bei Haushaltsführung, Geldumgang, Wohnungssuche oder bei der Suche nach einem Praktikumsplatz erhalten. Besonders gern werden Gemeinschaftsaktivitäten wahrgenommen, zum Beispiel Exkursionen nach Dresden, Wanderungen an die Elbe, Tischtennisspiele, der wöchentliche Kochtag mit anschließendem gemeinsamen Mittagessen.

Diese Motivation aufrecht zu erhalten und die Jugendlichen auch zukünftig ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten zu können, ist Wunsch aller Mitarbeiter in den Projekten. Erfreulicherweise ist die Veröffentlichung der neuen Richtlinie für die Förderperiode bis 2027 kürzlich erfolgt, sodass entsprechende Anträge gestellt werden können.

Weitere Informationen sind im Jobcenter Landkreis Meißen, Maßnahmemanagement, Telefon: 03521 725-4649 oder -4657 sowie auf den Internetseiten www.produktionsschule-moritzburg.de und www.asg-bildungszentrum-nordsachsen.de erhältlich.

Service

Pressesprecherin 
Frau Schmiedgen-Pietsch

Telefon: 03521 725-7013

Öffentlichkeitsarbeit
Frau Käthner

Telefon: 03521 725-7015

Zentrale E-Mail:
presse@kreis-meissen.de