12.02.2010 - Weniger Geld für Tourismus
Der Freistaat Sachsen setzt seinen rigiden Sparkurs fort. Zuerst die Reduzierung der Jugendpauschale und jetzt folgt der Tourismus. Die Förderung für das Jahr 2010 soll drastisch gesenkt werden. Im laufenden Haushaltjahr ist diese Botschaft für Vereine und Verbände wenig ermutigend.
Dazu Udo Niehoff, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Sächsisches Elbland: „Für uns sind das rund 97.000 Euro weniger, die vor allem im Marketing fehlen.“ Die Stimmung der sächsischen Touristiker war gestern gedrückt, denn schließlich haben sie bereits 2009 Verträge für Messen, mit Verlagen und Druckereien im guten Glauben an die Fortsetzung der Förderung 2010 auf adäquatem Niveau abgeschlossen.
Landrat Arndt Steinbach, Vorsitzender des Tourismusverbandes, befürchtet auch Wettbewerbsnachteile nicht nur für den Landkreis Meißen. Die Fachleute wissen, dass die Zahl der Touristen in Deutschland nicht steigen wird, aber das Interesse an neuen Ferienadressen geweckt werden kann. Darauf ist das Marketing ausgerichtet. „Mit weniger Geld“, so Landrat Steinbach, „lässt sich auch weniger veranstalten.“
Da Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor vor allem auch für das Meißner Elbland ist, wird die Dresdner Entscheidung durchweg kritisch gesehen. Die Chefin des Parkhotels Jana Otto weiß, wie wichtig Werbung für eine Region ist: „Reduziertes Marketing bedeutet weniger Gäste. Der Dominoeffekt liegt auf der Hand.“ Vor allem werde an vielen Orten die Qualität darunter leiden und „das spricht sich schneller herum als uns lieb ist.“
Auch für die Stadt Meißen ist die Entscheidung im Jubiläumsjahr der Porzellanmanufaktur das „falsche Signal“, so Oberbürgermeister Olaf Raschke. Das Jubiläum der Porzellanmanufaktur ist kein Soloevent der Manufaktur. Gemeinsam soll die Region vielen Gäste näher gebracht werden mit der Hoffnung, dass sie in den Folgejahren wieder kommen. Geld in den Tourismus investieren bedeutet auch, dass Geld von den Gästen in die Region kommt. Dieser Anspruch wird dann wohl noch schwieriger zu realisieren sein.

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