28.01.2010 - Die Zukunft der Linie 4
Im Gespräch Ulf Mallek, Leiter der SZ-Elblandredaktion, mit Landrat Arndt Steinbach
Herr Landrat, Einwohner und Kommunalpolitiker sind in Sorge. Wird der Landkreis Meißen auch künftig die nötigen eine Million Euro Zuschüsse jährlich für die Straßenbahnlinie 4 aufbringen?
Die Haushaltlage ist schwierig und die Linie 4 nicht das einzige „Sorgenkind“. Man könnte zu der Meinung kommen, wir leisten uns angesichts knapper Kassen zu viel. Dabei denke ich an die Neue Elbland Philharmonie in Riesa oder die Förderschule im Großenhainer Land. In jedem Teil des neuen Landkreises gibt es Adressen, die uns lieb, leider auch teuer sind und auf die in der jeweiligen Region keiner verzichten möchte. Auch der Verweis auf erhebliche Investitionen seit 1990 trifft für alle zu. Aus meiner Sicht gehören Kultur, ÖPNV oder Bildung und soziales Engagement zur Lebensqualität, die wir gemeinsam erhalten und fördern sollten.
Gibt es zu diesem Thema Streit in der CDU, wie behauptet wird?
Mir ist kein Streit bekannt. Natürlich wird über den Landkreishaushalt und mögliche Einsparpotentiale diskutiert. Das sind sozusagen die Hausaufgaben der Kreisräte, die sie auch gewissenhaft erledigen. Schließlich bleibt die Lage kritisch.
Ist es angesichts der knappen Kassen im Landkreis möglich, die Dresdner Verkehrsbetriebe oder den VVO zu einem größeren finanziellen Engagement für die Linie 4 zu bewegen?
Das ist eine Entscheidung am großen Tisch, d.h. auch die anderen VVO-Partner müssten zustimmen. Natürlich werden wir jede Möglichkeit prüfen und Gespräche in dieser Richtung führen.
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Linie 4 ab 2011 nur bis zur Stadtgrenze Dresdens oder bis nach Radebeul-West fährt?
Das entscheidet der Kreistag Meißen.

vorherige Meldung