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25.09.2020 - Ergebnisse der Geruchsmessung zur Firma Schaumaplast Sachsen GmbH in Nossen liegen vor

Zulässige Geruchsstunden werden deutlich unterschritten

Seit dem Jahr 2017 verfolgen die Medien in Abständen die Beschwerdesituation seitens der Anwohnerinnen und Anwohner vom Augustusberg in Nossen bezüglich der Firma Schaumaplast Sachsen GmbH und berichteten mehrfach darüber. Bei den Beschwerden handelt es sich sowohl um Geruchsbelästigungen, als auch um die Sorge vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die Abluft der unweit entfernt befindlichen betrieblichen Anlage.

Das Landratsamt Meißen als zuständige Immissionsschutzbehörde hat sich der Gesamtproblematik angenommen und arbeitet in Abstimmung mit Beschwerdeführern, Firma und Fachbehörden an einer Lösung, wohlwissend, dass es aufgrund mangelnder Rechtsgrundlagen in Sachsen bzw. der Bundesrepublik Deutschland nicht leicht ist.

Nach entsprechenden organisatorischen und fachlichen Vorbereitungen konnten am 3./4. Juli 2018 durch die Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL) 16 Geruchsproben an mehreren Emissionsquellen auf dem Dach von Schaumaplast gezogen und die Analyseergebnisse per Messbericht dem Landratsamt Meißen übergeben werden. Die Beurteilung von Geruchsbelästigungen basiert auf der Geruchsimmissionsrichtlinie (GIRL), die den Anteil der Geruchsstunden an den Stunden eines ganzen Jahres (8.760 Stunden) limitiert (für Wohngebiete sind das 10 Prozent).

Es musste im Landratsamt eine Methode erarbeitet werden, welche den Produktionsprozess und die sich ergebenden Geruchsemissionen für ein ganzes konkretes Jahr abbildet. Ein entsprechendes Modell lag dazu nicht vor. Aus den 8.760 Stunden eines Jahres und über 80 unterschiedlichen Geruchsquellstärken musste eine Tabelle mit etwa 750.000 Werten per Hand „gefüttert“ werden. Die Geruchsausbreitungsrechnung wurde mit mehreren Rechengängen durch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) bis Mitte 2020 ausgeführt.

Als Ergebnis konnte festgestellt werden, dass im Bereich der Beschwerdeführer die nach GIRL zulässigen Geruchsstunden deutlich unterschritten werden. Somit wurde der Nachweis erbracht, dass es bezogen auf die Geruchshäufigkeit innerhalb eines Jahres zu keinen Grenzwertüberschreitungen seitens des Anlagenbetriebes durch Schaumaplast kommt.

Eine vormals angedachte Immissionsminderung über eine Schornsteinerhöhung zu erreichen, musste aufgrund des Rechenergebnisses verworfen werden.

Mangels geeigneter rechtlicher Bewertungsgrundlagen gestaltet sich eine Beurteilung der vorgebrachten starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen für das Landratsamt sehr schwierig. Trotzdem wurden Immissionsmessungen bei den Beschwerdeführern veranlasst und im September 2020 vom BfUL durchgeführt – diese Ergebnisse stehen noch aus.

Weil das Landratsamt die von den Beschwerdeführern vorgebrachten Beeinträchtigungen sehr ernst nimmt, wird weiter nach Wegen gesucht, die Differenzen zwischen der Firma Schaumaplast und ihren Nachbarn zu minimieren.

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